Mit einer Tasse Tee und einem Lächeln, sieht die Welt gleich ganz anders aus.
Kleine Steine
Du läufst los. Immer geradeaus. Es ist ganz einfach. Der Weg ist eben, deine Schritte federnd. Du fühlst dich leicht, wirst schneller. Es ist als würdest du fliegen. Du fühlst dich frei und stark. Nichts kann dir etwas anhaben. Plötzlich stolperst du. Du strauchelst leicht, doch du bist zu stark, als dass du fallen könntest. Du bist verwundert, kannst es kaum glauben, doch du drehst dich nicht um, bleibst nicht stehen. Schon bald hast du den Vorfall vergessen. Und wieder fühlst du dich frei, stark, unbezwingbar. Doch was du als unbedeutend missachtest sucht dich heim. Du stolperst, fängst dich und stolperst wieder. Plötzlich ist der ganze Weg voller Steine. Du läufst weiter. Stößt gegen Steine, wieder und wieder. Es werden immer mehr. Sie werden immer größer. Du taumelst nur noch vom einen zum anderen. Bis du keinen Halt mehr hast und fällst. Doch deine Kraft ist noch nicht ganz verloren. Du stehst wieder auf, machst dich groß, machst dir selber Mut. Du atmest, langsam, fühlst in dich hinein, spürst deine Kraft. Dann läufst du los. Rammst die Steine, ganz bewusst, versuchst sie wegzuschieben, sie zu zerstören, doch die Steine sind hart. Sie werden immer fester, wie dir scheint. Du wirst schwächer, langsamer, kleiner. Die Steine ragen weit über dich hinaus, werden zu Felsen. Du kannst den Himmel nicht mehr sehen. Du schleppst dich voran, suchst den Ausgang. Ein Funken Hoffnung steckt noch in deinen Knochen. Es wird dunkler, kälter, erbarmungsloser, doch du kämpfst. Verzweifelt. Doch der Funke erlischt. Und dann… dann bleibst du stehen, sinkst auf die Knie, gibst auf. Vor dir die Mauer, die sich dir als kleiner Stein angekündigt hatte.






